Im Trüffelparadies der magischen Sibilla

Schätze der zauberhaften Sibillinen

Am Lago di Fiastra

Trüffel mit Seeblick - Osteria del Lago

Dass die Marken (Le Marche) ein Paradies für Genießer und Freunde edler Tropfen sind ist zumindest Insidern längst bekannt. Fast möchte man sagen, es ist ein Glück, dass diese Region trotz der bekannten – und überlaufenen Nachbarn – sich vor dem Massentourismus bislang gerettet hat. Für die Schlemmer bedeutet das, die marchigianischen Gerichte basieren noch immer auf Jahrhunderte alten Rezepten. Teilweise sind sie etwas modischer verpackt, aber das Prinzip ist geblieben. Dafür möchte man am liebsten „Halleluja“ rufen.
Ein Restaurant, das sich mit allen Vorzügen schmücken kann ist die Osteria del Lago am Fiastrasee.

Es ist schon einmal ganz wunderbar, dass man in unmittelbarer Nähe zum See sitzt. Auf der kleinen Terrasse hat man selbst an heißen Sommertagen immer ein angenehmes Lüftchen. Wer sich vollkommen vor der Sonne schützen will findet Platz unter dem großen überdachten Freisitz.

Wenn die Tage kühler sind findet sich im angenehmen Restaurant, das auch gnädiger Weise keine überdimensionalen Ausmaße hat, eine Atmosphäre, wie man es aus den früheren „Wirtschaften“ kannte. Keine wahnsinnigen Verzierungen, einfach gewachsen und harmonisch. Fast fühlt man sich ein wenig wie zu Hause. Das mag auch am Service liegen. Fiorenzo, ganz Sohn der Mamma, hat für jeden ein Lächeln, ein nettes Wort, eine kleine Unterhaltung. Selbst wenn das Lokal voll ist leidet in keinster Weise die Freundlichkeit darunter.

Wer nun meint, es gäbe vielleicht nur ein Paar Salsicce und eine Bruschetta auf der Speisekarte, wird sofort eines Besseren belehrt. Wie jeder weiß ist die Mamma immer noch die Beste aller Köchinnen, speziell in Italien. Und hier in der Osteria schwingt Maria, die Mamma, das Zepter in der Küche. Zwar hat sie einen Koch mit bei der Arbeit, allerdings zieht sie es dennoch vor lieber selbst Hand anzulegen. Das führt natürlich zu Essens-Erlebnissen vom Feinsten! Dabei ist von großem Vorteil, dass der Seniorchef Felice Trüffelsucher ist. So kann man gewissermaßen frisch aus der Erde nahezu täglich Trüffel genießen.
Ab Oktober den weißen Trüffel, ab Dezember den schwarzen, ab Mitte Mai bis in den September den Sommertrüffel, genannt Scorzone. Letzterer ist zwar weniger geschmacksintensiv als die teuren Wintertrüffel, aber bei den Mengen, die großzügig auf die Tagliatelle und sonstige Gerichte gerieben werden, macht es fast schon keinen Unterschied. Überhaupt, gespart wird hier am Gast nicht im Geringsten.

Im Prinzip könnte man schon nach den Antipasti aufhören zu essen. Aber was würde einem da entgehen! Sehr, sehr viel.
Vielleicht als kleines Beispiel, als ich mit Freunden dort zum Mittagessen war. Maria fragte uns, ob wir Lust auf ein wenig frischen Trüffel hätten. Aber klar! Also begann es mit einer Frittata (eine Art Eierkuchen) mit Trüffeln zuhauf, dazu verschiedene Bruschette, ein wenig Salami, Schinken…. Nachdem wir auf Trüffel eingeschworen waren ließen wir die Tagliatelle mit Trüffeln folgen. Vorsichtshalber bestellten wir für drei Personen nur eine ganze und zwei halbe Portionen – gebracht wurden gefühlte vier Portionen. Eigentlich wäre da bereits der Sättigungspunkt schon überschritten gewesen, aber man kann unmöglich am Hirschbraten mit Birnen und Wildschwein in Salmi vorbeigehen. Erstaunlich, was ein Magen doch so aushält…Nach dem Dolce, ein Traum, ging aber wirklich nur noch Espresso mit Mistra‘ oder alternativ Limoncello. Wer nun meint, es wäre ein Schnapsglas - genau abgemessen – gewesen, liegt falsch. Die Flaschen werden auf den Tisch gestellt und jeder nimmt sich was er mag.

Seit mehr als 12 Jahren besuche ich immer mit unseren Reisegruppen, mit Freunden oder auch nur zu zweit die Osteria del Lago. Wir wurden nie enttäuscht. Selbst nach Jahren erzählen meine Kunden noch vom phantastischen Essen in der Osteria del Lago.
Übrigens: das ist kein Touristenlokal, denn auch die Einheimischen lieben es hier zu essen.
http://www.verdefiastra.it